Fördermöglichkeiten

Berufliche Weiterbildung wird in Deutschland als sozialpolitisches Instrument und als Mittel zur Qualitätssicherung und Wirtschaftsförderung begriffen. Deshalb gibt es aktuell ganz unterschiedliche Fördertöpfe, aus denen Lehrgangsteilnehmer eine Förderung erhalten können. Welcher Fördertopf für Sie in Frage kommen kann, hängt einerseits von dem Lehrgang ab, den Sie besuchen möchten und andererseits von ihren persönlichen Voraussetzungen (arbeitslos / beschäftigt / Zeitsoldat / mit oder ohne Berufsabschluss usw.). Manchmal gibt es sogar mehrere Fördermöglichkeiten.

Im Zweifelsfall lassen Sie sich am besten bei uns beraten!

 

Fördermöglichkeiten

A. Weiterbildungsförderung von Arbeitslosen

Arbeitslose können durch die Arbeitsagentur (bzw. bei ALG II-Bezug durch die ARGEn und Optionskommunen) gefördert werden. Das gilt sowohl bei unseren Lehrgängen zum Erwerb eines Berufsabschlusses (Umschulungen und Vorbereitungslehrgänge auf die Externenprüfung) als auch für Anpassungsqualifizierungen wie den Diätetisch geschulten Koch DGE, den „Integrationslehrgang Diätküche“, mehrere Helferqualifizierungen als auch den Lehrgang „Ausbildung der Ausbilder“.

   
 

B. Bundesprogramme zur Weiterbildungsförderung von Beschäftigten

1. Bildungsgutschein für Beschäftigte
Durch das Förderprogramm WeGebAU der Arbeitsagentur können vier Beschäftigtengruppen aus allen Bundesländern – ganz oder teilweise – gefördert werden:
a. Beschäftigte ohne Berufsabschluss

b. Beschäftigte mit Berufsabschluss, aber mit mindestens vierjähriger „Berufsentfremdung“, d.h. mit einer Tätigkeit in anderen Berufsbereichen auf Helferniveau.

c. Fachkräfte (mit Berufsabschluss) aus Betrieben mit maximal 250 Beschäftigten mit einem Mindestalter von 45 Jahren.

d. Fachkräfte (mit Berufsabschluss) aus Betrieben mit maximal 250 Beschäftigten unter 45 Jahre.

Bei a. und b. trägt die Arbeitsagentur nicht nur die vollständigen Weiterbildungskosten, sondern erstattet dem Betrieb auch Lohnkostenanteile. Bei c. werden bis zu 75% der Lehrgangskosten gefördert, bei d. nur 50%.

Der Förderantrag muss über den Arbeitgeber gestellt werden.

   
 

2. Bildungsprämie für Erwerbstätige

Erwerbstätige aus ganz Deutschland mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 25.600 EUR (bzw. bei Verheirateten 51.200 EUR) können jedes Jahr einen „Prämiengutschein“ aus Bundesmitteln erhalten. Damit können 50% der Kosten einer Weiterbildung, max. jedoch 500 EUR finanziert werden. Voraussetzung ist die Teilnahme an einer Bildungsberatung.
Ihre zuständige Beratungsstelle finden Sie unter www.bildungspraemie.info

   
 

3. Meister-BAFöG

Das "Meister-BAföG" unterstützt die berufliche Aufstiegsfortbildung, um durch eine kontinuierliche Höherqualifizierung über alle Altersgruppen hinweg dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu sichern.

Gefördert werden Fachkräfte aus dem Gastgewerbe mit Berufsabschluss, die die formalen Voraussetzungen für die Abschlussprüfung in der gewünschten Weiterbildung (Meister, Fachwirte) erfüllen. Nicht nur Beschäftigte, sondern auch Arbeitslose können die Leistungen beantragen, wenn sie für die Dauer des Lehrgangs keinen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen.

 

Gefördert werden generell Weiterbildungskosten sowie bei Vollzeitlehrgängen auch Beiträge für den Lebensunterhalt. Dabei gelten folgende Regelungen.

  • Lehrgangsteilnehmer in Vollzeitmaßnahmen können einen Beitrag zum Lebensunterhalt erhalten, der vom Familienstand und der Zahl der Kinder abhängig ist. Angerechnet wird aber das Einkommen während des Lehrgangs (unter Berücksichtigung div. Freibeträge).
    Folgende Leistungen können Sie (z. B.) maximal erhalten:
    * Alleinerziehende ohne Kind: 675 EUR, davon 229 EUR als nicht rückzahlbarer Zuschuss
    * Verheiratete mit zwei Kindern: 1.310 EUR, davon 439 EUR als nicht rückzahlbarer Zuschuss
  • Bei Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen ist zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren ein einkommens- und vermögensunabhängiger Maßnahmebeitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren, höchstens jedoch 10.226 € vorgesehen. Er besteht aus einem Zuschuss in Höhe von 30,5 Prozent, im Übrigen aus einem zinsgünstigen Bankdarlehen. Die Darlehen für den Unterhalts- als auch für den Maßnahmebeitrag sind während der Fortbildung und während einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren - längstens jedoch sechs Jahre - zins- und tilgungsfrei.

Weitere Informationen unter:  www.meister-bafoeg.info

   
 

C. Landesprogramme zur Weiterbildungsförderung von Beschäftigten

 

Individuelle Weiterbildung in Niedersachsen (nur für Beschäftigte aus Nds.)

Niedersächsische Betriebe (max. 249 Beschäftigte), die ihre Beschäftigten für eine Fortbildung während der Arbeitszeit freistellen, können eine Förderung von bis zu 90% der Lehrgangsgebühren erhalten. Betriebsinhaber aus Betrieben mit max. 50 Beschäftigten können mit bis zu 45% der Lehrgangsgebühren gefördert werden. Konzernbetriebe und Betriebe des öffentlichen Dienstes sind ausgeschlossen. Der maximale Förderbetrag beträgt pro Unternehmen jährlich 4.000 EUR.

Auch die Teilnahme an Meister- oder Fachwirte-Lehrgängen ist förderfähig.

Der Förderantrag muss über den Arbeitgeber erfolgen.

www.iwin-niedersachsen.de

   
 

Bildungsscheck NRW (nur für Beschäftigte aus NRW)
Qualifizierungsscheck Hessen (nur Beschäftigte aus Hessen)

Beschäftigte aus NRW bzw. Hessen mit max. 249 Beschäftigten können, unabhängig von ihrer Einkommenshöhe jedes Jahr einen Bildungsscheck erhalten, der aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert wird. Ausgenommen sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Mit dem Bildungsscheck können 50% der Kosten einer Weiterbildung, max. jedoch 500 EUR finanziert werden. Eine Teilnahme an Meister- und Fachwirte-Lehrgängen ist nicht förderfähig.

Ihre zuständige Beratungsstelle finden Sie unter
www.bildungsscheck.com (NRW)
www.qualifizierungsschecks.de (Hessen)

  Weitere Bildungsschecks mit teilweise abweichenden Bedingungen gibt es auch in anderen Bundesländern (Brandenburg, Sachsen, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz). Informationen hierzu finden Sie im Internet.
   
 

D. Förderung durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD)

Zeitsoldaten haben am Ende ihrer Dienstzeit Anspruch auf die Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen, die der Eingliederung in das Zivilleben dienen. Grundsätzlich können alle Seminare und Lehrgänge unseres Angebots darüber finanziert werden. Wenden Sie sich an Ihren zuständigen BFD.